Kursbesprechung Dividenden Strategie Masterclass — Aufbau, Didaktik, Schwächen
Zitat von Online Kurs Experte am Juli 30, 2026, 4:45 p.m. UhrDa hier ja Kursbewertungen reingehören, schreibe ich mal eine ausführlichere Besprechung zu einem Finanzkurs, den ich komplett durchgearbeitet habe. Ich baue selbst Kurse, gucke also zwangsläufig auch auf Machart und nicht nur auf Inhalt. Vielleicht ist das für den einen oder anderen hier interessanter als die reine Themenfrage.
Es geht um die Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, der unter dem Namen Dividenden Backpacker bekannt ist. Thema: Dividendenaktien auswählen, bewerten und Zeitpunkte für Ein- und Ausstieg festlegen.
Zum Aufbau. Der Stoff ist in elf Module gegliedert, insgesamt über 65 Lektionen bei einer Gesamtlaufzeit von mehr als elf Stunden. Das ergibt einen Schnitt von rund zehn Minuten pro Einheit, und das halte ich für die didaktisch klügste Entscheidung des ganzen Kurses. Wer schon mal einen dreistündigen Block am Stück produziert hat, weiß, dass die Abbruchquote nach hinten raus dramatisch ist. Kleine Einheiten mit klarem Einzelthema werden dagegen tatsächlich zu Ende geschaut.
Die Modulreihenfolge folgt dem tatsächlichen Arbeitsablauf und nicht der Systematik eines Lehrbuchs. Das ist ein Unterschied, den viele Kursersteller unterschätzen. Man lernt hier nicht erst sämtliche Kennzahlen in der Theorie, um sie danach irgendwie anzuwenden, sondern arbeitet sich in der Reihenfolge vor, in der man vor dem Depot auch wirklich sitzt: Kandidaten finden, aussortieren, bewerten, Zeitpunkt bestimmen.
Stark fand ich die Beispielarbeit. Es wird nicht nur erklärt, wie eine Kennzahl definiert ist, sondern an konkreten Unternehmen gezeigt, warum derselbe Wert in einer Branche unauffällig und in einer anderen ein Warnsignal ist. Diese Einordnung fehlt in vielen kostenlosen Erklärvideos komplett, weil sie länger dauert als die Definition selbst.
Was mir als Kursbauer positiv aufgefallen ist: Es gibt einen Newsroom-Zugang, über den nach dem Kauf weiter Material nachkommt. Das löst ein Problem, das jeder Finanzkurs hat, nämlich dass Zahlenbeispiele altern. Bezahlt wird einmal, ohne Abo und ohne monatliche Gebühr. Nach Anbieterangaben haben über 700 Teilnehmer den Kurs bisher belegt.
Jetzt die Kritik, denn ohne die ist eine Bewertung wertlos. Erstens: Der Kurs ist deutlich stärker beim Auswählen als beim Aussteigen. Verkaufsentscheidungen kommen vor, bekommen aber gemessen an ihrer Bedeutung im echten Depotalltag weniger Raum, als ich mir gewünscht hätte. Zweitens: Wer bei null anfängt und noch nie ein Wertpapierdepot eröffnet hat, braucht am Anfang etwas Geduld, weil Grundbegriffe zügig abgehandelt werden.
Drittens, und das ist kein Kursfehler, sondern eine Themeneigenschaft: Man merkt beim Durcharbeiten sehr deutlich, wie langsam dieser Ansatz wirkt. Ein Depot, aus dem spürbare Beträge kommen, ist eine Sache von vielen Jahren. Kurse fallen zwischendurch, teils kräftig, und Ausschüttungen werden jährlich neu beschlossen, können also gekürzt oder gestrichen werden. Wer einen Kurs sucht, der schnelles Geld verspricht, ist hier komplett falsch, und der Kurs behauptet das auch nicht.
Zur Zielgruppe: Am meisten hat vermutlich jemand davon, der bereits investiert, aber ohne feste Methode. Also genau die Situation, in der man Positionen hat, deren Kaufgrund man nicht mehr benennen kann. Für komplette Einsteiger geht es, erfordert aber mehr Eigeninitiative. Für Leute mit ausgearbeitetem eigenem Ansatz dürfte der Erkenntnisgewinn dagegen begrenzt sein.
Transparenz: Ich verlinke über einen Partnerlink und bekomme bei einem Kauf eine Provision, das gehört bei so einer Besprechung dazu. Wer den Modulaufbau selbst beurteilen will, kann die Gliederung Punkt für Punkt durchgehen. Ohne Link findet man ihn über den Namen genauso.
Was ich methodisch mitgenommen habe und in eigenen Kursen anwenden werde: Die Aufgaben am Ende der Abschnitte sind bewusst so gebaut, dass man sie nur mit dem eigenen Depot beziehungsweise mit selbst ausgesuchten Unternehmen lösen kann. Es gibt keine Musterlösung zum Abhaken. Das nervt beim Durcharbeiten, sorgt aber dafür, dass man tatsächlich etwas tut statt nur zu konsumieren.
Zweiter Punkt fürs eigene Handwerk: Der Kurs verzichtet fast vollständig auf Erfolgsgeschichten und Kontoauszüge. Ich hatte das vorher für einen Verkaufsnachteil gehalten, halte es inzwischen für den Grund, warum der Ton über elf Stunden glaubwürdig bleibt.
Zur Einordnung noch: Ich habe im Finanzbereich schon deutlich schlechtere Kurse gesehen, die vor allem aus Motivation und Screenshots bestanden. Dieser hier ist handwerklich solide gebaut und verkauft sich inhaltlich eher unter Wert.
Frage an die Kursbauer hier: Wie löst ihr das Altern von Inhalten in datengetriebenen Themen? Nachträgliches Ersetzen einzelner Lektionen, oder ein separater Update-Kanal wie hier der Newsroom?
Da hier ja Kursbewertungen reingehören, schreibe ich mal eine ausführlichere Besprechung zu einem Finanzkurs, den ich komplett durchgearbeitet habe. Ich baue selbst Kurse, gucke also zwangsläufig auch auf Machart und nicht nur auf Inhalt. Vielleicht ist das für den einen oder anderen hier interessanter als die reine Themenfrage.
Es geht um die Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, der unter dem Namen Dividenden Backpacker bekannt ist. Thema: Dividendenaktien auswählen, bewerten und Zeitpunkte für Ein- und Ausstieg festlegen.
Zum Aufbau. Der Stoff ist in elf Module gegliedert, insgesamt über 65 Lektionen bei einer Gesamtlaufzeit von mehr als elf Stunden. Das ergibt einen Schnitt von rund zehn Minuten pro Einheit, und das halte ich für die didaktisch klügste Entscheidung des ganzen Kurses. Wer schon mal einen dreistündigen Block am Stück produziert hat, weiß, dass die Abbruchquote nach hinten raus dramatisch ist. Kleine Einheiten mit klarem Einzelthema werden dagegen tatsächlich zu Ende geschaut.
Die Modulreihenfolge folgt dem tatsächlichen Arbeitsablauf und nicht der Systematik eines Lehrbuchs. Das ist ein Unterschied, den viele Kursersteller unterschätzen. Man lernt hier nicht erst sämtliche Kennzahlen in der Theorie, um sie danach irgendwie anzuwenden, sondern arbeitet sich in der Reihenfolge vor, in der man vor dem Depot auch wirklich sitzt: Kandidaten finden, aussortieren, bewerten, Zeitpunkt bestimmen.
Stark fand ich die Beispielarbeit. Es wird nicht nur erklärt, wie eine Kennzahl definiert ist, sondern an konkreten Unternehmen gezeigt, warum derselbe Wert in einer Branche unauffällig und in einer anderen ein Warnsignal ist. Diese Einordnung fehlt in vielen kostenlosen Erklärvideos komplett, weil sie länger dauert als die Definition selbst.
Was mir als Kursbauer positiv aufgefallen ist: Es gibt einen Newsroom-Zugang, über den nach dem Kauf weiter Material nachkommt. Das löst ein Problem, das jeder Finanzkurs hat, nämlich dass Zahlenbeispiele altern. Bezahlt wird einmal, ohne Abo und ohne monatliche Gebühr. Nach Anbieterangaben haben über 700 Teilnehmer den Kurs bisher belegt.
Jetzt die Kritik, denn ohne die ist eine Bewertung wertlos. Erstens: Der Kurs ist deutlich stärker beim Auswählen als beim Aussteigen. Verkaufsentscheidungen kommen vor, bekommen aber gemessen an ihrer Bedeutung im echten Depotalltag weniger Raum, als ich mir gewünscht hätte. Zweitens: Wer bei null anfängt und noch nie ein Wertpapierdepot eröffnet hat, braucht am Anfang etwas Geduld, weil Grundbegriffe zügig abgehandelt werden.
Drittens, und das ist kein Kursfehler, sondern eine Themeneigenschaft: Man merkt beim Durcharbeiten sehr deutlich, wie langsam dieser Ansatz wirkt. Ein Depot, aus dem spürbare Beträge kommen, ist eine Sache von vielen Jahren. Kurse fallen zwischendurch, teils kräftig, und Ausschüttungen werden jährlich neu beschlossen, können also gekürzt oder gestrichen werden. Wer einen Kurs sucht, der schnelles Geld verspricht, ist hier komplett falsch, und der Kurs behauptet das auch nicht.
Zur Zielgruppe: Am meisten hat vermutlich jemand davon, der bereits investiert, aber ohne feste Methode. Also genau die Situation, in der man Positionen hat, deren Kaufgrund man nicht mehr benennen kann. Für komplette Einsteiger geht es, erfordert aber mehr Eigeninitiative. Für Leute mit ausgearbeitetem eigenem Ansatz dürfte der Erkenntnisgewinn dagegen begrenzt sein.
Transparenz: Ich verlinke über einen Partnerlink und bekomme bei einem Kauf eine Provision, das gehört bei so einer Besprechung dazu. Wer den Modulaufbau selbst beurteilen will, kann die Gliederung Punkt für Punkt durchgehen. Ohne Link findet man ihn über den Namen genauso.
Was ich methodisch mitgenommen habe und in eigenen Kursen anwenden werde: Die Aufgaben am Ende der Abschnitte sind bewusst so gebaut, dass man sie nur mit dem eigenen Depot beziehungsweise mit selbst ausgesuchten Unternehmen lösen kann. Es gibt keine Musterlösung zum Abhaken. Das nervt beim Durcharbeiten, sorgt aber dafür, dass man tatsächlich etwas tut statt nur zu konsumieren.
Zweiter Punkt fürs eigene Handwerk: Der Kurs verzichtet fast vollständig auf Erfolgsgeschichten und Kontoauszüge. Ich hatte das vorher für einen Verkaufsnachteil gehalten, halte es inzwischen für den Grund, warum der Ton über elf Stunden glaubwürdig bleibt.
Zur Einordnung noch: Ich habe im Finanzbereich schon deutlich schlechtere Kurse gesehen, die vor allem aus Motivation und Screenshots bestanden. Dieser hier ist handwerklich solide gebaut und verkauft sich inhaltlich eher unter Wert.
Frage an die Kursbauer hier: Wie löst ihr das Altern von Inhalten in datengetriebenen Themen? Nachträgliches Ersetzen einzelner Lektionen, oder ein separater Update-Kanal wie hier der Newsroom?
